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Eisenbahnfreunde treffen sich in der badischen ResidenzVillinger Eisenbahn-Club und Zittauer-Modell-Eisenbahn-Club beim 17. Jahrestreffen
Villingen-Schwenningen/Zittau (jdk) Ganz im Zeichen der ehemaligen badischen Landeshauptstadt stand das 17. Jahrestreffen der Zittauer Modelleisenbahnfreunde und einer Delegation des Villinger Eisenbahn-Clubs e.V. vom 5.5.05 bis zum 8.5.05. Nicht nur weil die Fächerstadt einst Sitz der Bundesbahndirektion war, auch architektonische, technische und kulinarische Leckerbissen lockten die 22 Eisenbahnenthusiasten in dieses Kleinod deutscher Städte. Einen breiten Raum nahm der rege Gedankenaustausch über das gemeinsame Hobby und gezielte Besichtigungen in und um Karlsruhe ein. Leider machte sich bei der Teilnehmerzahl auch die neue Gesetzgebung des sog. Hartz VI - Gesetzes bemerkbar, sodass die Reihen aus diesem Grund etwas ausgedünnt worden sind.
Seinen ersten heimatkundlichen Auftakt nahm das Treffen mit einer Straßenbahnfahrt nach Karlsruhe - Durlach zum Turmberg. Dieser Hausberg wurde vor über 100 Jahren mit einer Standseilbahn erschlossen, welche die Eisenbahnfreunde gerne zur Auffahrt nutzten. Oben bot sich den Besuchern ein weiter Überblick über das Stadtgebiet und darüber hinaus. Der erste Abend stand dann ganz im Zeichen der seit 1990 bestehenden Freundschaft zwischen den Eisenbahnfreunden aus der Oberlausitz und dem Schwarzwald. Die Pflege dieser Partnerschaft obliegt nicht nur den beiden Vorsitzenden Wolfgang Göbbels und Wolfgang Riedel, welche diese durch den Austausch von Gastgeschenken unterstrichen, auch unter den Mitgliedern beider Vereine werden zahlreiche freundschaftliche Bande aufrechterhalten.
Einen ersten Höhepunkt erfuhr das Treffen am folgenden Tag, der ganz im Zeichen des schienengebundenen Nahverkehrs in und um Karlsruhe stand. Das sog. "Karlsruher Modell", bei welchem die Überlandbahn direkt in die Innenstadt als Straßenbahn geführt wird ist beispielgebend für zahlreiche Städte in aller Welt. Eine Besonderheit dieses Modells ist es, dass die Stadtbahnwagen nicht nur mit den bei Straßenbahnen üblichen 750 Volt Gleichspannung fahren können, eine besondere Schaltung erlaubt es, die Wagen auch unter der, bei der Deutschen Bahn AG üblichen 15.000 Volt Wechselspannung zu betreiben. Damit wird ein Umsteigen der Fahrgäste aus dem Umland in die Innenstädte vermieden. Dieses und andere Details brachten mehrere engagierte Mitglieder des "Treffpunkt Schienennahverkehr Karlsruhe e.V." in einem informativen Vortrag zum Ausdruck. Auch ein historisches Fahrzeug aus dem Jahr 1930 durften die Hobbyeisenbahner im wahrsten Sinn des Wortes erfahren. Eine zweistündige Reise über das Streckennetz der Karlsruher Verkehrsbetriebe vermittelte das Flair des frühen öffentlichen Nahverkehrs. Stehend mit zwei Handkurbeln beschäftigt steuerte ein pensionierter Straßenbahnfahrer die fröhliche Gruppe durch die Häuserschluchten der Fächerstadt. Besonderes Interesse rief die Besichtigung der Hauptwerkstatt der Verkehrsbetriebe Karlsruhe bei den Besuchern hervor. Die über 220 Fahrzeuge des Verkehrsverbundes müssen laufend gewartet und fallweise repariert werden. Hierzu stehen zahlreiche Spezialisten in den Werkstätten zur Verfügung. Auch eine Reise zum "Mittelpunkt" von Karlsruhe stand selbstverständlich auf dem Programm. Dieser konnte im Turm des Schlosses in Augenschein genommen werden, bevor am Abend die badische Mundart zu ihrem Recht kam. "d'Badisch Bühn" lud bei einem deftigen Vesper zu einem heiteren Volksstück ein, welches die "Fremdsprachenkenntnisse" der Besucher aus dem Zittauer Gebirge auf eine gehörige Probe stellte.
Am Samstag fuhr die Gruppe nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung ins Eisenbahnmuseum der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte nach Neustadt an der Weinstraße. Leider war auch hier der Wettergott der Gruppe nicht besonders hold, Starkregen und ein kalter Wind trübten die Aussichten auf die Exponate im Freigelände erheblich.
Im Kaminzimmer der Pension im württembergischen Quartierort Bad Herrenalb trugen die lodernden Flammen des offenen Kamins zur Geselligkeit ihren Beitrag bei. Bis lange in die Nacht tauschten die Eisenbahnbegeisterten aus Zittau und Villingen ihre Gedanken und Ideen zum Modellbahnbau aus.
Bevor die Zittauer wieder ihre lange Heimreise in den äußersten Südosten Sachsen antraten, stand am Sonntagvormittag noch der Besuch des Verkehrsmuseums Karlsruhe auf dem Programm. Nicht nur Freiherr von Drais ist in der Region Karlsruhe mit seinem Laufrad bekannt geworden, auch der Erbauer des ersten Automobils, Carl Benz, kommt aus der Wissenschaftsstadt des ehemaligen Großherzogtums. Sachkundig durch die Sammlungen geführt, staunten die Besucher über die Vielfalt der Sammlung von historischen zwei-, drei- und vierrädrigen Gefährten. Fast symbolhaft war das traute Nebeneinander der einstigen Kleinwagen aus Ost und West. Trabant und Goggomobil ließen zahlreiche Erinnerungen in den Reihen der Besuchergruppe aufleben.
Zum Abschluss des Jahrestreffens 2005 stellte der Vorsitzende des Zittauer-Modelleisenbahn-Clubs, Wolfgang Göbbels auch für das kommende Jahr ein Treffen in Aussicht, welches dann von den Freunden aus der Oberlausitz organisiert werden wird.
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